Warum und wie startet man einen Entwickler-Blog?

Dies wird kein technischer Artikel. Stattdessen möchte ich dir zeigen, warum du als Programmierer einen Entwickler-Blog schreiben solltest, wie dich dieser voranbringt und wie du am besten damit loslegst.

Ich selbst bin noch ziemlich am Anfang meiner Blogger-Karriere: ich habe erst letztes Jahr im Oktober angefangen und dies ist mein achter Artikel. Bis jetzt habe ich recht unregelmäßig geschrieben und die Schuld auf meinen Vollzeitjob, meine Frau und meine Kinder geschoben. Damit soll jetzt Schluss sein – andere Entwickler machen vor, dass es trotzdem geht. Ab sofort werde ich mindestens zwei Artikel pro Monat veröffentlichen – und ab Oktober (ein bisschen Übung brauche ich) mindestens einen pro Woche. Hiermit verpflichte ich mich also „öffentlich“, dies zu tun.

Warum sollten Entwickler einen Blog schreiben?

Es gibt zahlreiche Gründe einen Developer-Blog zu schreiben und viele Vorteile, die solch ein Blog dir in deiner Karriere und auch deinem Leben im Allgemeinen bringt:

Zeig anderen, was Du kannst!

Mit deinem Blog zeigst du anderen Entwicklern und auch potentiellen Entscheidern, was du drauf hast. Das kann dir einen wertvollen Karriere-Boost verschaffen:

  • Es kann dir helfen deinen Traumjob zu bekommen: Stell dir vor, dein neuer Boss kennt deinen Blog – dann ist das Bewerbungsgespräch nur noch eine Formsache.
  • Dein Blog kann dich dabei unterstützen auf eine Beförderung hinzuarbeiten.
  • Solltest du Freiberufler sein, kannst du durch deinen Blog Auftraggeber gewinnen.
  • Im besten Fall kommen Auftraggeber sogar auf dich zu.
  • Du hast die Chance als Speaker eingeladen zu werden, was alle zuvor genannten Effekte noch weiter verstärkt.

Wie soll das funktionieren, wenn niemand deinen Entwickler-Blog kennt? Hab etwas Geduld: Mit der Zeit wirst du dir ein Netzwerk aufbauen bzw. dein bestehendes Netzwerk vergrößern. Und dadurch wirst du mehr und mehr Leser bekommen.

Du wirst sehr viel lernen

Nichts ist in unserem Business so wichtig wie kontinuierliche Weiterbildung. Durch das Schreiben deines eigenen Blogs wirst du ganz automatisch lernen:

  • In dem du über etwas schreibst, das du gelernt hast, festigst du das Gelernte.
  • Du wirst dich automatisch intensiver mit den Themen beschäftigen, über die du schreibst und dich in die Hintergründe einarbeiten – anstatt nur an der Oberfläche zu kratzen.
  • Allein des Schreibens willen wirst du dich in neue Themen einarbeiten, die dich interessieren.
  • Du wirst dich immer an Artikel erinnern, die du selbst geschrieben hast. Selbst wenn du die Details nicht mehr weißt, wirst du dir diese sehr schnell ins Gedächtnis zurückholen können, wenn Du vor einer ähnlichen Aufgabe stehst.

Du wirst Soft Skills aufbauen

Neben den fachlichen Themen wirst Du auch sogenannte „Soft Skills“ aufbauen bzw. verbessern:

  • Du wirst lernen dich selbst zu vermarkten.
  • Du wirst lernen besser zu schreiben, dich besser auszudrücken – was dich wiederum zu einem besseren Entwickler macht.
  • Wenn Englisch nicht Deine Muttersprache ist und du auf englisch bloggst, wirst du dein Englisch verbessern – du solltest deine Texte allerdings von einem Muttersprachler Korrektur lesen lassen.
  • Indem du über einen langen Zeitraum regelmäßig schreibst, wirst du lernen disziplinierter zu sein.
  • Du wirst selbstsicherer werden und lernen besser mit Kritik umzugehen.

Du hilfst anderen

Nicht nur dich selbst wirst du voranbringen, sondern auch andere:

  • Du hilfst anderen Entwicklern Herausforderungen zu lösen, die du bereits gemeistert hast.
  • Du unterstützt andere Entwicklern gute Entscheidungen zu treffen, in dem Du bspw. Vor- und Nachteile bestimmter Lösungen für bestimmte Aufgabenstellungen herausarbeitest.
  • Du kannst andere Entwickler mit neuen Lösungsansätzen überraschen und sie begeistern.

Bau dir ein zusätzliches Einkommen auf

Mit etwas Geduld kannst du dir sogar ein passives Nebeneinkommen aufbauen, d. h. ein Einkommen, das du nebenbei aus deinem Entwickler-Blog beziehst, z. B. über Affiliate-Links oder indem Leser für Teile deiner Inhalte (z. B. Online-Kurse) bezahlen.

Diese Inhalte – und andere Produkte, wie bspw. ein Buch, das du schreiben könntest – kannst du wiederum über deinen Blog selbst promoten.

Und last but not least:

Du wirst Spaß haben

Auch wenn du am Anfang sehr viel Energie in deinen Entwickler-Blog stecken musst – nach und nach wird dir das Schreiben leichter fallen, und nach nicht allzu langer Zeit wird es dir Spaß machen. Und irgendwann wirst du die Früchte deiner Arbeit ernten können.

Nicht an dir zweifeln!

Trotz der vielen Vorteile haben manche Entwickler Zweifel, ob ein Blog das Richtige für sie ist. Wenn du dazu gehörst, zuerst einmal: keine Sorge! Lies dir diesen Abschnitt durch – ich hoffe, ich kann dir darin einige deiner Zweifel nehmen.

Du bist bereits überzeugt und vollauf motiviert? Dann kannst du diesen Abschnitt überspringen und direkt beim nächsten Abschnitt „Wie fange ich an?“ weitermachen.

„Ich bin längst nicht nicht erfahren genug“

Mit ziemlicher Sicherheit gibt es immer jemanden, der noch nicht so viel Erfahrung hat wie du und der von dir lernen kann. Und von dir sogar besser als von jemandem mit deutlich mehr Erfahrung. Denn: Es ist wesentlich einfacher den Gedankengängen und Erklärungen von jemandem zu folgen, der einem nur ein paar Schritte voraus ist, als von jemandem, der viele Jahre mehr Erfahrung hat und auf einem deutlich höheren Level schreibt.

Ich z. B. bin beim Installieren von Linux auf meinem Laptop über Forum-Posts von Linux-Profis gestoßen, in denen ich kein Wort verstanden habe. Ich habe dann versucht diese Informationen in meinen Worten aufzubereiten, so dass auch ein Linux-Anfänger sie versteht: Manjaro tutorial: BIOS, UEFI, MFB, GPT, GRUB, SED, LUKS

„Ich kann nicht gut genug schreiben“

Dann lernst du es. Und zwar: indem du es einfach tust. Wenn ich eines von anderen Bloggern gelernt habe, dann, dass es immer einfacher wird deine Ideen und Ansichten auszudrücken, je mehr du schreibst. Du wirst mit jedem Artikel besser – ganz automatisch.

Und schneller … hoffe ich: Zuerst wollte ich mich dazu committen einen Artikel pro Woche zu schreiben. Allerdings habe ich festgestellt, dass ich momentan noch zu ungeübt dafür bin und mehrere Stunden für einen einzelnen Artikel brauche (insbesondere da ich ihn auch noch auf Englisch übersetze und Korrektur lesen lasse). Deshalb habe ich mir erstmal vorgenommen zwei Artikel pro Monat zu schreiben und nach drei Monaten dann einen pro Woche.

„Ich habe Angst vor Kritik“

Ja, das Risiko kritisiert zu werden, besteht. Es kann dir passieren, dass du sachlich etwas falsch gemacht hast, Fakten verwechselt hast oder trotz mehrfachen Korrekturlesens einen Rechtschreibfehler übersehen hast. Fehler gehören dazu. Denk immer an das Kind, das tausendmal hinfällt und unentmutigt tausendmal wieder aufsteht, bis es das Laufen gelernt hat.

Es kann auch vorkommen, dass deine Leser anderer Meinung sind als du. Die gute Nachricht: Man kann lernen mit der Kritik umzugehen.

Nicht jede Kritik ist gleich: Zum einen können dich deine Leser freundlich und sachlich auf einen Fehler hinweisen. In diesem Fall ist die Kritik angebracht. Sieh es einfach positiv: Du lernst etwas und bekommst die Gelegenheit deinen Artikel zu verbessern (nicht vergessen dich bei deinem Leser zu bedanken).

Dann gibt es natürlich auch die Trolle, die keinen anderen Sinn in ihrem Leben sehen als andere zu beschimpfen und zu verletzen. Ignorier sie einfach! Lösche ihre Kommentare und verschwende keine weitere Zeit mit ihnen.

„Ich habe ein paar Artikel geschrieben, aber nichts passiert“

Das ist ganz normal. Einen Blog aufzubauen erfordert viel Geduld. Es wird mehrere Monate dauern und regelmäßige Veröffentlichungen, bis du relevanten Traffic auf deinem Blog erkennen wirst. Hab Geduld und mach kontinuierlich weiter!

In den ersten Monaten hilft es vielen Entwicklern, Statistiken wie Sessions, User oder Page Impressions gar nicht erst zu beachten.

Gib deinen Zweifeln nicht die Chance dich von deinem Vorhaben abzuhalten!

Wie starte ich meinen Entwickler-Blog?

Ich habe viel über das Thema gelesen und einige Tutorials durchgearbeitet. Doch anstatt noch ein weiteres Tutorial zu schreiben, möchte ich dir dasjenige empfehlen, das mir am meisten geholfen hat. Wenn du also nicht weißt, wie und wo du anfangen sollst, dann schau dir folgenden – kostenlosen! – E-Mail-Kurs von John Somnez, Gründer und Autor des sehr erfolgreichen Entwickler-Blogs Simple Programmer, an:

How to Create a Blog That Boosts Your Software Development Career

Nach der Registrierung erhälst du in einem Zeitraum von drei Wochen insgesamt fünf E-Mails, in denen dir Schritt für Schritt erklärt wird,

  • wie du Ideen für deinen Blog sammelst und filterst,
  • warum du dich auf jeden Fall auf ein bestimmtes Thema spezialisieren solltest,
  • wie du einen gehosteten WordPress-Blog aufsetzt (s. alternativ dazu meine Artikelserie zum Aufsetzen von WordPress auf einem Hetzner Root-Server),
  • wie du Ideen für einzelne Artikel sammelst,
  • warum konsistentes Schreiben so ungemein wichtig ist,
  • wie du einen Zeitplan erstellst und dich daran hälst – und schließlich,
  • wie du Traffic auf deinen Entwickler-Blog bekommst.

Am Ende des Kurses musst du als Hausaufgabe selbst einen Blog-Beitrag über den Kurs schreiben – meine Umsetzung dieser Aufgabe liest du gerade.

Außerdem gibt es nach der Teilnahme noch einen 50 %-Rabattgutschein auf den Kurs „10 Ways to Make Money from Your Blog“, in dem John 10 Wege vorstellt, um mit deinem Blog Geld zu verdienen.

Zusammenfassung

Ich habe dir heute die Vorteile eines Entwickler-Blogs nahegebracht, dir hoffentlich diesbezügliche Sorgen genommen und dir John Somnez‘ E-Mail-Kurs How to Create a Blog That Boosts Your Software Development Career als Einstieg empfohlen.

Wenn ich dich dazu inspirieren konnte einen eigenen Blog zu starten, dann melde dich doch bei mir. Schick mir einen Link über die Kommentarfunktion oder per E-Mail an sven@happycoders.eu, ich schau mir deinen Blog gerne an.

Kennst du noch weitere Gründe einen Entwickler-Blog zu schreiben? Auch dann freu ich mich über einen Kommentar!

Und jetzt: Leg los und bleib dran – Happy Blogging!

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